Bei der Planung und Ausführung einer Treppe stellt der Grundriss einen der wichtigsten Punkte dar. Das hat nicht nur ästhetische, sondern vor allem auch praktische Gründe, denn oft hängt der Grundriss einer Treppe von ihrer Funktion ab. Die vorherrschenden Raumbedingungen müssen hierbei in die Auswahl mit einfließen.
Beim Grundriss einer Treppe werden im Allgemeinen sechs verschiedene Typen unterschieden. Bauartbedingt bringt jeder von ihnen seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich.
Der Evergreen unter den Treppengrundrissen ist die gerade oder geradläufige Treppe. Vorwiegend als Wangentreppe oder Bolzentreppe ausgeführt, kommt sie vor allem in großflächigen Wohnräumen zum Einsatz, da sie praktisch keine Möglichkeiten zur Platzeinsparung bietet. Dafür besticht sie durch eine klare Konstruktion und ist, besonders als Wangentreppe, meist preisgünstig.
Anders als die Podesttreppe, deren Aufgang stets dieselbe Laufbreite aufweist, kennzeichnet sich die viertelgewendelte Treppe durch einen um 90 Grad abgewinkelten Verlauf. Auf ein Podest wird verzichtet, was einen enormen Raumgewinn ermöglicht. Allerdings besitzen die im Knick liegenden Stufen nach innen eine deutlich kleinere und nach außen eine größere Laufbreite.
Die halbgewendelte Treppe besitzt im Grunde ähnliche Merkmale wie die viertelgewendelte Treppe, nur dass sich ihre Laufrichtung um 180 Grad ändert. Antritt und Austritt der Treppe sind daher gegenläufig und vollführen eine U-Form (daher auch U-Form-Treppe genannt). Idealerweise sollten sie symmetrisch ausgeführt sein und dieselbe Steigungshöhe und Stufenanzahl aufweisen.
Im Gegensatz zur Spindeltreppe dreht sich die Wendeltreppe nicht um eine Treppensäule, sondern um ein freiliegendes Treppenauge. Diese lichte Öffnung sorgt dafür, dass eine Wendeltreppe in der Regel gut ausgeleuchtet ist. Nachteilig ist allerdings, dass sie aufgrund ihrer Helixstruktur eine unausgewogene Laufbreite besitzt.
Wenn eine Treppe auf möglichst kleinem Raum installiert werden soll, sind Spindeltreppen gefragt. Ihre Konstruktion windet sich um eine zentrale Treppensäule. Antritt, Austritt, Steigungshöhe und Stufenlänge lassen sich bei einer Spindeltreppe sehr flexibel gestalten. Durch den engen Drehwinkel ist sie jedoch weniger geeignet, um sperrige Gegenstände zu transportieren. Daher kommt sie oft in höhergelegenen Geschossen, beispielsweise als Verbindung zum Dachboden, zum Einsatz. Auf den unteren Etagen ist sie eher unüblich.
Wie der Name bereits vermuten lässt, werden bei einer Podesttreppe zwei Aufgänge über ein Podest miteinander verbunden. Deshalb wird sie mitunter auch als zweiläufige Treppe bezeichnet. Das Podest kann Zugang zu einer Zwischenebene bieten. Vor allem in Mehrfamilienhäusern und Maisonette-Wohnungen wird diese Form häufig eingesetzt.
Da er einen großen Einfluss auf das Design der Treppenkonstruktion hat, ist der Treppengrundriss ein Stück weit Geschmackssache. Es kann jedoch sein, dass die gegebeneWohnsituation bestimmte Grundrissarten nicht zu- oder zumindest nicht ratsam erscheinen lässt. Im Umkehrschluss kann beispielsweise die Installation einer Spindeltreppe erhebliche Platzeinsparungen mit sich bringen.
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